Adam-Kraft-Realschule Nürnberg
Ernährungspädagogik
- Stadt / Gemeinde: Nürnberg
- Bezirk: Mittelfranken
- Adresse der Einrichtung: Lutherplatz 4, 90459 Nürnberg
So läuft es in der Praxis
Die Adam-Kraft-Realschule verfolgt mit ihren Angeboten das Ziel, Ernährung und Gesundheit stärker im Schulalltag zu verankern und die Schüler:innen für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren. Dabei sollen sie erfahren, woher ihre Lebensmittel kommen, was sie essen und wie sie Mahlzeiten selbst zubereiten können. Ein weiterer Schwerpunkt liegt darauf, den Schüler:innen zu vermitteln, dass selbst zubereitete Speisen nicht nur einfach umzusetzen sind, sondern häufig auch eine kostengünstige Alternative zu Fertigprodukten sein können.
Für die Schule spielt das Thema auch deshalb eine besondere Rolle, weil sie eine vollgebundene Ganztagsschule ist. Die Schüler:innen verbringen den gesamten Tag in der Schule und nehmen dort entsprechend auch ihre Mahlzeiten ein. Daraus ergibt sich für die Schule eine zusätzliche pädagogische Verantwortung, da Ernährung und gemeinsames Kochen im familiären Alltag, insbesondere bei berufstätigen Eltern, nicht immer ausreichend Raum finden.
Die Ernährungsbildung ist zudem fest im schulischen Alltag verankert. Die Realschule bietet das Wahlpflichtfach Ernährung und Gesundheit an, in dem auch eine Abschlussprüfung möglich ist. Ergänzt wird die Ernährungspädagogik durch die Schulverpflegung: Der aktuelle Caterer bietet einen biologischen und regionalen Anteil, der vertraglich vorgegeben ist. Von 2022 bis 2025 war die Adam-Kraft-Realschule zudem Teil des Programms School Food for Change. Die Schule war von Beginn an dabei und gehörte zu den ersten Schulen in Nürnberg, die das Programm umgesetzt haben.
School Food for Change wurde über das Schulamt der Stadt Nürnberg an die Adam-Kraft-Realschule herangetragen. Zentrales Element des Programms war anfangs ein einwöchiges, fächerübergreifendes Projekt im Jahrgang 7, das sich aus einem zunächst kleineren Frühstücksprojekt entwickelt hatte: Zu Beginn bereiteten die Schüler:innen an einem Tag ein eher ungesundes Frühstück zu und beobachteten anschließend im Laufe des Tages, wie sie sich fühlten und beispielsweise ihr Energielevel veränderte. Am darauffolgenden Tag wurde ein gesundes Frühstück zubereitet und die Beobachtung wiederholt. Dabei wurden unter anderem die Auswirkungen von Zucker thematisiert.
Im weiteren Verlauf wurde das Projekt innerhalb der Schule kontinuierlich ausgeweitet. Fast alle Fächer beteiligten sich an der Projektwoche und brachten eigene Inhalte und Perspektiven ein. Zu den praktischen Elementen gehörten gemeinsame Kochaktionen und -kurse sowie ein Ausflug zum Weltacker Nürnberg.
Während des Projektzeitraums wurde außerdem ein Mensarat gegründet. Dort konnten Schüler:innen, Eltern und weitere Beteiligte Ideen zur Verpflegung und zum Ernährungsangebot an der Schule einbringen und gemeinsam weiterentwickeln. Auch der Hausmeister, der unter anderem für den Pausenverkauf zuständig ist, wurde einbezogen. Auf diese Weise konnten beispielsweise besonders ungesunde Produkte aus dem Pausenverkauf genommen werden. Ergänzend wurde in Abstimmung mit den Eltern ein generelles Verbot von Softdrinks an der Schule eingeführt. Auch Energy-Drinks sind nicht erlaubt.
Das Thema Ernährung wird zudem bei schulischen Veranstaltungen praktisch aufgegriffen. Beispielsweise bereiteten bei einem Schulfest die Schüler:innen gemeinsam mit ihren Lehrkräften unter anderem Wraps selbst zu. Dabei wurden verschiedene Varianten angeboten, darunter vegetarische, vegane und Varianten mit Hühnchen. Auch Obstspieße und Obstbowls gab es. Die Speisen wurden von den Schüler:innen selbst vorbereitet und fanden großen Zuspruch.
Ein weiteres Angebot ist das Schülercafé mit einem Frühstücksangebot für Schüler:innen, die morgens ohne Frühstück in die Schule kommen. Die Schüler:innen beteiligen sich an der Vorbereitung, schneiden Obst und Gemüse, bestreichen Brötchen und räumen anschließend gemeinsam auf. Über die Vermittlung durch das Schulamt konnte eine Anschubfinanzierung durch den Lions Club ermöglicht werden. Das Angebot wurde anschließend mit Unterstützung von Ehrenamtlichen weitergeführt und insbesondere in der kalten und dunkleren Jahreszeit angeboten. Über einen Zeitraum von drei Jahren nahm dabei regelmäßig eine Gruppe von etwa 10 bis 15 Schüler:innen teil. Die Fortführung hängt unter anderem davon ab, ob ausreichend ehrenamtliche Unterstützung gefunden werden kann.
Die Schule nimmt insgesamt eine große Akzeptanz und ein hohes Interesse der Schüler:innen an den Angeboten wahr. Insbesondere die praktischen und handlungsorientierten Aktivitäten werden von den Schüler:innen gut angenommen.
Das einwöchige Ernährungsprojekt hat sich im Laufe der Zeit zu einem festen Bestandteil des Schuljahres entwickelt und konnte auch über die Laufzeit von School Food for Change hinaus an der Schule etabliert werden. Ob und in welchem Umfang das Projekt künftig weitergeführt wird, liegt nach dem Ende des Programms bei den jeweiligen Lehrkräften und hängt auch von deren zeitlichen und personellen Möglichkeiten ab.
Auch im Schulalltag lassen sich konkrete Veränderungen beobachten. Lehrkräfte berichten beispielsweise, dass Schüler:innen teilweise bewusst gesündere Pausensnacks wie Gemüsesticks mitbringen.
Insgesamt hat School Food for Change aus Sicht der Schule einen wichtigen Impuls gegeben. Viele Inhalte und Angebote sind bei den Schüler:innen angekommen und konnten teilweise auch über die Projektlaufzeit hinaus im Schulalltag verankert werden.
Eine wichtige Grundlage für die Umsetzung der Angebote ist das Engagement einzelner Lehrkräfte. An der Schule gibt es mehrere Personen, die sich intensiv mit den Themen Ernährung und Gesundheit beschäftigen und diese auch im Schulalltag aufgreifen. Ihre Begeisterung trägt dazu bei, das Interesse der Schüler zu wecken. Unterstützt wird die Verankerung des Themas durch die Zusammenarbeit über verschiedene Fächer hinweg.
Für einzelne Maßnahmen konnten zudem externe Fördermittel gewonnen werden. So wurde beispielsweise das Frühstücksangebot durch eine Anschubfinanzierung des Lions Clubs unterstützt.
Gleichzeitig stößt die Schule bei der Umsetzung an verschiedene Grenzen. Dazu zählen insbesondere begrenzte personelle Kapazitäten, fehlende räumliche Möglichkeiten und die Finanzierung einzelner Angebote. Bei Wahlfächern übersteigt die Nachfrage teilweise die vorhandenen Plätze.
GeRTi bringt Regionales und Bio-Regionales auf die Teller kommunaler Einrichtungen.
Als Leuchtturmprojekt der Metropolregion Nürnberg stärkt das Projekt gezielt den Einsatz regionaler Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung – für mehr regionale Wertschöpfung, Ernährungssicherheit und Nachhaltigkeit vor Ort.
















